Auch in Vorarlberg sind die negativen Entwicklungen am Arbeitsmarkt kräftig spürbar. Im Bundesländervergleich liegt das Ländle aber nach wie vor günstig. 10.037 Personen (5.029 Männer und 5.008 Frauen) waren Ende April 2013 arbeitslos vorgemerkt. Gegenüber April 2012 hat die Arbeitslosigkeit in Vorarlberg damit um 413 bzw. um 4,3% zugenommen. Der Anstieg ist bei den Männern (+3,7%) weniger stark als bei Frauen (+4,9%). 2.369 Personen oder 23,6% aller Vorgemerkten haben bereits wieder eine Einstellzusage in der Tasche, allein gut 1.400 aus den Tourismusberufen. 2.815 Personen befanden sich Ende April in diversen Schulungsprogrammen, um 172 bzw. 6,5% mehr als im Vorjahr.
Im Bundesländervergleich verzeichnet Vorarlberg wieder einmal mit einem Plus von 4,3% den geringsten Anstieg der Arbeitslosigkeit. In Wien hat die Arbeitslosigkeit um 5,9% zugelegt, in Tirol um 6,8%, in Niederösterreich um 7,3%, in der Steiermark um 10,0%, im Burgenland um 10,3%, in Salzburg um 12,1%, in Kärnten um 13,3% und in Oberösterreich gar um 13,4%. Bundesweit ist die Arbeitslosigkeit auf 273.121 bzw. 8,5% angestiegen. Unter Einrechnung der Schulungsteilnehmer/innen ist die Zahl der Jobsuchenden bundesweit sogar um 9,7% auf insgesamt 353.120 geklettert.
Bei den unter 20-Jährigen konnten die Zahl der Vormerkungen im Vorjahresvergleich wieder verringert (-19 Arbeitslose bzw. -5,4%) werden, obwohl sich auch die Zahl der Schulungsteilnehmer/innen in dieser Altersgruppe um 119 verringert hat. Bei den 20- bis 25-Jährigen ist die Zahl der Arbeitslosen aber um 25 bzw. 2,0% leicht und die Zahl der Schulungsteilnehmer/innen um 95 angestiegen.
Bei den Personen im Haupterwerbsalter (25-50 Jahre) sind um 176 Arbeitslose (+3,0%) und 208 Schulungsteilnehmer/innen mehr auf Jobsuche als im Vorjahr. Bei den über 50-Jährigen sind es um 231 Arbeitslose (+10,8%). Die Zahl der Schulungsteilnehmer/innen in dieser Altersgruppe hat leicht abgenommen (-12).
In den Hilfsberufen (+120 Arbeitslose bzw. +6,6%) und in den Tourismusberufen (+125 Arbeitslose bzw. +6,1%) hat die Arbeitslosigkeit im Jahresabstand am stärksten zugelegt. In den Handelsberufen sind 74 Personen (+7,6%) mehr vorgemerkt als im Vorjahr, in den Bauberufen um 17 (+4,2%) und in den Holzberufen ebenfalls um 17 Personen (+18,1%). Auffällig ist die Zunahme der Arbeitslosigkeit in den Technikerberufen um 38 arbeitslos vorgemerkte Personen (+16,7%). In den Verkehrsberufen (-34 Arbeitslose bzw. -11,2%) und in den Textil-/Bekleidungsberufen hat die Zahl der Arbeitslosen dagegen abgenommen
(-38 bzw. -20,5%).
Mit 5.020 Neuzugängen in die Arbeitslosigkeit im April 2013 liegen die Zugänge (+525 bzw. +11,7%) deutlich höher als im Vorjahr, und auch bei den Abgängen waren es im April 2013 mit 4.090 wesentlich mehr als im April des Vorjahres (+538 bzw. +15,1%). Die durchschnittliche Vormerkdauer lag Ende April 2013 mit 75 Kalendertagen um einen Tag günstiger als im Vorjahr.
Das Stellenangebot hat sich gegenüber dem Vorjahr um 8,4%% auf 1.806 sofort verfügbare Jobangebote verringert. Mehr freie Stellen gibt es etwa in den Bauberufen (+29 bzw. +11,3%) und in den Reinigungsberufen (+10 bzw. +28,6%). In den Metall- und Elektroberufen hat die Zahl der Jobangebote um 49 bzw. 8,8% abgenommen, in den Tourismusberufen um 52 (-28,6%), in den Technikerberufen um 48 (-28,7%) und in den Büroberufen um 18 (-16,4%).
Die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden liegt mit insgesamt 178 (95 Burschen und 83 Mädchen) deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (-19 oder -9,6%). Diesen Lehrstellensuchenden stehen 112 sofort verfügbare Ausbildungsplätze (-56 bzw. -33,3%) gegenüber.
Der Nachwuchs steht schon in den Startlöchern. Fünf Tage lang, vom 24. bis 30. April, standen wieder die Techniktage für Mädchen im BerufsInfoZentrum des AMS in Feldkirch auf dem Programm. Das Mädchenzentrum Amazone, Praktikerinnen aus technischen Berufen und Mädchen aus polytechnischen Lehrgängen und Mittelschulen haben sich getroffen, um gemeinsam ein praktisches Werkstück zu produzieren. Es ist dies eine Lampe, die aus Holz, Plexiglas und natürlich der nötigen Elektronik zusammengebaut wird. Das Interesse war groß. "Es macht Spaß, die Mädchentechniktage zu organisieren und durchzuführen", berichtet Eveline Steger vom BIZ Feldkirch, "den Schülerinnen taugt´s und sie finden es toll, dass sie etwas Praktisches machen können. So wird ihr Interesse für technische und handwerkliche Berufsfelder geweckt."