Die Zwischensaison im Tourismus sorgt im April für ein deutliches Plus an Arbeitslosen, dafür meldet sich das Bauwesen mit sinkender Arbeitslosigkeit aus der Winterpause zurück.
Das Ende der Winterfremdenverkehrssaison sorgt im Bundesland Salzburg für die übliche Frühjahrsspitze bei der Arbeitslosigkeit. Diesmal wurde der Zwischensaison-Effekt noch verstärkt: „Die Spitzenbeschäftigung im Wintertourismus beschert uns nun eine erhöhte Arbeitslosigkeit“, beschreibt Siegfried Steinlechner, Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice Salzburg, die aktuelle Arbeitsmarktlage. „Von 1.700 zusätzlichen Beschäftigten geht jetzt etwa die Hälfte in Saisonarbeitslosigkeit“, so Salzburgs AMS-Chef. Damit ist die Arbeitslosigkeit insgesamt um 12,1 Prozent oder 1.645 Personen auf den Spitzenwert von 15.192 Arbeitslosen gestiegen. Fast sechstausend oder vierzig Prozent davon entfallen allein auf das Hotel- und Gastgewerbe.
Liegt der Anstieg der Arbeitslosigkeit über dem bundesweiten Schnitt von plus 8,5 Prozent, so gibt es bei den Schulungsteilnahmen mit plus 4,2 Prozent auf 2.983 den niedrigsten Zuwachs.
Die Arbeitslosenquote beträgt 6,0 Prozent. Damit liegt Salzburg jetzt im Bundesländervergleich auf dem zweiten Platz hinter Oberösterreich.
Bei den arbeitsmarktpolitisch sensiblen Personengruppen der Langzeitarbeitslosen (+11,0%), der Älteren ab 50 Jahre (+11,8%) und der Jungen bis 24 Jahre (+6,6%) konnte das AMS Zuwächse unter dem Durchschnitt der Gesamtarbeitslosigkeit registrieren.
Der Branchenvergleich zeigt neben dem absolut höchsten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Fremdenverkehr (+824 Personen oder +16,2%), deutliche Zuwächse im Handel (+308 Personen oder +17,7%) sowie in der Sparte Verkehr (+249 Personen oder +28,2%), wo der starke Anstieg vom AMS nicht nur auf konjunkturelle, sondern auch auf saisonale Effekte zurückgeführt wird, da auch die Seilbahnwirtschaft hier zugerechnet wird.
Deutlich gebremst zeigen sich die Zuwächse in der Warenherstellung mit einem Plus von 60 Personen oder 5,6 Prozent, sowie bei den Sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, wo nur ein geringfügiges Plus von 25 Personen bzw. 1,6 Prozent zu verzeichnen war. Verantwortlich dafür war das Minus bei den hier erfassten Personalverleihern, wo es um 6,3 Prozent weniger Arbeitslose gab. Dagegen zählte der Bereich Gebäudebetreuung einen Zuwachs um 18,3 Prozent. Erfreulich positiv meldete sich aber das Bauwesen aus der Wintersaison mit um 2,7 Prozent gesunkenen Arbeitslosenzahlen zurück und liegt damit entgegen dem bundesweiten Trend, wo der Bau ein Plus von 14,4 Prozent verzeichnete.
Ebenfalls als erfreulich bezeichnet das AMS Salzburg die Lage bei den Lehrstellensuchenden, deren Zahl um 8,8 Prozent auf 206 Personen rückläufig war. Das gleichzeitig um 7,8 Prozent auf 732 gestiegene Angebot an offenen Lehrstellen bietet Jugendlichen bei der Lehrstellensuche sehr gute Aussichten.
Die Zuwächse bei der Arbeitslosigkeit erstreckt sich quer über alle Bezirke, wobei der Lungau mit einem Plus von 0,8 Prozent (oder sechs Personen) nur minimal betroffen war. Den stärksten Anstieg verzeichnete der Tennengau (+16,3%), gefolgt vom Pongau (+14,4%), dem Flachgau mit der Landeshauptstadt (+11,9% - Bezirk Salzburg-Stadt: +13,7%, Bezirk Salzburg-Umgebung: +8,6%), sowie dem Pinzgau (+11,8%).
Salzburger Arbeitsmarkt im ersten Quartal 2013 mit bundesweit niedrigster Arbeitslosenquote. AMS startet Kampagne zur Stellenakquisition.
Die im Vergleich zu anderen Bundesländern stärker vom Dienstleistungssektor geprägte Salzburger Wirtschaft hat auch im ersten Quartal 2013 dazu beigetragen, dass trotz schwacher Konjunktur die Arbeitslosigkeit weniger, die Beschäftigung dafür stärker gestiegen ist als im übrigen Österreich.
Seit Beginn der Wintersaison im Dezember hält Salzburg monatlich bundesweit die mit Abstand niedrigste Arbeitslosenquote: im Schnitt des ersten Quartals 5,2 Prozent.
Die unselbständige Beschäftigung ist um ein Prozent - vier Zehntel Prozentpunkte über dem Österreichschnitt – gestiegen, allerdings in erster Linie durch ein ausgeweitetes Arbeitskräfteangebot bzw. durch Teilzeitstellen und reicht nicht aus, um den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu stoppen. Diese ist um 4,9 Prozent auf 13.616 Vorgemerkte angewachsen.
„Im bundes- und europaweiten Vergleich kann der Salzburger Arbeitsmarkt auf eine relativ günstige Entwicklung verweisen, auch wenn der Konjunkturverlauf für das AMS und die Arbeitsmarktpartner eine zunehmende Herausforderung darstellt“, so Siegfried Steinlechner, Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice Salzburg, zur aktuellen Situation. Im Fokus der Anstrengungen stehe besonders die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit.
Das Arbeitsmarktservice, das in Salzburg an jeder zweiten Stellenbesetzung beteiligt ist, führt derzeit eine Schwerpunktkampagne, um seine Präsenz auf dem Arbeitsmarkt weiter zu stärken. Im April und Mai werden rund siebenhundert Betriebe besucht um über die Förderangebote des AMS zu informieren und Stellen für Arbeitsuchende zu akquirieren. Unter anderem möchte das AMS Salzburg bis Ende 2013 auch mehr als 14.000 Fachkräftestellen werben.
Die Salzburger Arbeitsmarktdaten im 1. Quartal 2013 im Detail.
Auch eine günstig verlaufene Wintersaison konnte nicht verhindern, dass im März die Gesamtarbeitslosigkeit weiter zugenommen hat. Im Bundesvergleich hält Salzburg aber weiterhin die mit Abstand niedrigste Arbeitslosenquote.
12.140 Personen waren Ende März im Bundesland Salzburg arbeitslos vorgemerkt. Das ist gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres ein Plus von 680 Personen oder 5,9 Prozent. Österreichweit ist die Arbeitslosigkeit um zehn Prozent gestiegen. Die Zahl der Schulungsteilnahmen ist mit 2.894 (+0,4%) nahezu konstant geblieben. Bei der Arbeitslosenquote hat Salzburg als einziges Bundesland mit 4,7 Prozent (nach nationaler Berechnungsmethode) die Fünf-Prozent-Marke unterboten und liegt mit Abstand vor dem nächstplatzierten Oberösterreich (5,2%).
„Der Arbeitsmarkt zum Winterausklang war von Witterungseinflüssen geprägt“, resümiert AMS-Landesgeschäftsführer Siegfried Steinlechner: „Die durch die gute Schneelage und den frühen Ostertermin gute Beschäftigungssituation im Wintertourismus konnte den wetterbedingt verzögerten Saisonstart im Bauwesen nicht aufwiegen.“
In der Beherbergung und Gastronomie war die Arbeitslosigkeit um 3,9 Prozent oder 80 Personen rückläufig, wobei der Rückgang nur in der Hotellerie (-11%) stattgefunden hat, während die Gastronomie ein Plus (+4,2%) an Arbeitslosen verbuchte. Das Bauwesen verursachte mit plus 12,4 Prozent oder 237 Personen sowohl witterungs- als auch konjunkturbedingt den größten Arbeitslosenzuwachs. Für weitere deutliche Zuwächse sorgten der Handel (+12,3% oder 200 Personen) sowie die Warenherstellung (+9,3% oder 106 Personen). Bei den Personalverleihern ist die Arbeitslosigkeit (+3,5% oder 33 Personen) dagegen nur unterdurchschnittlich gestiegen.
Als positiv verbucht das AMS Salzburg die Entwicklung bei älteren und jüngeren Arbeitskräften: Während die Zahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre mit einem Plus von 5,5 Prozent unterdurchschnittlich zugenommen hat, hat sich die Zahl der Arbeitslosen bis 24 Jahre sogar um minus 1,1 Prozent verringert. Ebenfalls gesunken ist Arbeitslosigkeit von Frauen mit einem Minus von 2,1 Prozent, während die Zahl arbeitsloser Männer um 11,2 Prozent gestiegen ist.
Unterschiedlich verlief die Entwicklung in den Bezirken: Im Pinzgau konnte man sich über einen deutlichen Arbeitslosenrückgang von 7,3 Prozent freuen, während im Tennengau ein Zuwachs von 12,2 Prozent verzeichnet werden musste. Dazwischen liegen der Lungau mit einem leichten Plus von 1,3 Prozent, der Pongau mit plus 8,0 Prozent und der Flachgau mit der Landeshauptstadt mit plus 9,8 Prozent, wobei die Stadt Salzburg einen deutlicheren Zuwachs im Ausmaß von 11,1 Prozent verzeichnete während in Salzburg-Umgebung die Arbeitslosigkeit um 7,6 Prozent zunahm.