Wegen Wartungsarbeiten stehen die AMS-Webseite und alle AMS eServices und Anwendungen von Freitag 17.05.2013 (ab 21:00 Uhr) bis Sonntag 19.05.2013 ( bis 23:00 Uhr) nicht zur Verfügung.
Wir bitten um Verständnis.
Ihr Arbeitsmarktservice
Die Wirtschaftsentwicklung hat wahrscheinlich zu Jahresbeginn die Talsohle durchschritten. Die binnenwirtschaftlichen Voraussetzungen für einen langen und breit angelegten Aufschwung sind laut WIFO weiterhin intakt. Erhebliche Risiken für die österreichische Wirtschaft liegen allerdings nach wie vor im außenwirtschaftlichen Umfeld.
Für Niederösterreich bedeutet das: Das Beschäftigungswachstum hat sich in den letzten Monaten verlangsamt. Die Zahl der unselbständig Beschäftigten stieg im 1. Quartal 2013 gegenüber dem Vorjahr um 1.820 (od. 0,3%) und somit viel schwächer als im Vorquartal (0,9%). Die bisherigen Beschäftigungszuwächse werden einerseits ausschließlich von Erwerbspersonen ausländischer Staatsbürgerschaft getragen (+4,9%), die der inländischen ist leicht rückläufig (-0,3%) und andererseits ausschließlich von Frauen (+2.395 od. 0,9%; Männer: -576 od. -0,2%). Da allerdings auch immer mehr ältere Arbeitskräfte länger am Arbeitsmarkt verbleiben (der Beschäftigungsanstieg geht in Summe allein auf die Altersgruppe 45+) und der Trend zu einer höheren Erwerbsbeteiligung von Frauen weiter anhält, übersteigt das zusätzliche Arbeitskräfteangebot diesen Zuwachs an neuen Arbeitsplätzen. Im abgelaufenen Monat geht das AMS von einer stagnierenden Beschäftigung aus.
Ende April waren beim AMS Niederösterreich insgesamt 43.051 Arbeitslose vorgemerkt, das sind um 8.331 (od. 16,2%) weniger als im Vormonat und um 2.924 (od. 7,3%) mehr als im Vorjahr. „Damit hat sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit heuer erstmals wieder verlangsamt (März: 10,8%). Trotzdem muss auch in den nächsten Monaten weiter mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich gerechnet werden“, berichtet AMS-Chef Karl Fakler angesichts der aktuellen Arbeitsmarktdaten für den Monat April. Die nach wie vor schwache Konjunktur bremst den für rückläufige Arbeitslosenzahlen benötigten Zuwachs an neuen Stellen.
Die Arbeitslosigkeit von Älteren ist in den letzten fünf Jahren stark angestiegen (+8.000 od. 62,8%). Aber auch die Zahl der unselbständig Beschäftigten im Alter von über 45 Jahren ist in diesem Zeitraum in NÖ um knapp 31.500 (od. 17%) gestiegen. „Ältere Menschen sind in der Regel in stabilen Arbeitsverhältnissen, aber wenn sie ihren Arbeitsplatz verlieren, haben sie meistens große Schwierigkeiten, eine neue Beschäftigung zu finden. Hier setzt das Arbeitsmarktpaket für Ältere der Bundesregierung an“, berichtet Karl Fakler.
Die geschätzte Arbeitslosenquote liegt in NÖ mit 6,9% unter dem Österreichschnitt von 7,3%.
Mädchen entdecken handwerklich-technische Ausbildungen und Berufe
„Viele Frauen und Mädchen haben Talent und Potenzial für handwerkliche und technische Ausbildungen und Berufe. Sie nehmen sie nur zu wenig wahr bzw. sind sie zu wenig über die Möglichkeiten informiert. Im Rahmen der Girls’ Day-Initiative haben Mädchen am 25. April Gelegenheit, spannende Berufe hautnah in niederösterreichischen Unternehmen kennenzulernen“, betont Marion Carmann, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des Arbeitsmarktservice (AMS) NÖ. Die Initiative „Girls’ Day“, die gemeinsam vom Land NÖ, der Wirtschaftskammer, der Industriellenvereinigung und dem AMS NÖ getragen wird, soll Mädchen ermutigen, sich vermehrt für handwerklich-technische Ausbildungen und Berufe zu entscheiden.
Obwohl die Erwerbsbeteiligung der Niederösterreicherinnen in den letzten Jahren gestiegen ist und im Jahr 2011 mit 73,9% über dem Österreichschnitt (71,0%) liegt, sind Frauen weiterhin schlechter in den Arbeitsmarkt integriert als Männer (NÖ: 77,9%; Ö-Schnitt: 76,1%; Daten: Statistik Austria). Und: „Die Zunahme der Frauenerwerbstätigkeit ist in erster Linie auf den starken Anstieg der Teilzeitarbeit zurückzuführen. Mittlerweile arbeiten vier von zehn österreichischen Frauen in Teilzeit“, ergänzt die AMS NÖ-Vizechefin.
Viele der Berufe, die von Frauen ausgeübt werden, sind niedriger entlohnt und bieten seltener Aufstiegs- und Weiterentwicklungschancen. Laut einer Auswertung der Arbeitskammer NÖ lag das Medianeinkommen der niederösterreichischen Frauen 2011 mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 1.443,- € um 737,- € unter dem der Männer. Dementsprechend ist auch das Arbeitslosengeld bei Frauen niedriger: Der durchschnittliche Tagsatz für Frauen lag im Jahr 2011 bei 24,90€, bei Männern bei 30,30 €.
Wenig weiblicher Nachwuchs in handwerklich-technischen Berufen
Der Anteil der weiblichen Lehrlinge in der Sparte Industrie (1. bis 4. Lehrjahr) lag im letzten Jahr bei nicht mehr als 10% (252 junge Frauen von in Summe 2.468 Lehrlingen in der Industrie). Auch von den 9.067 Lehrlingen in der Sparte Gewerbe und Handwerk sind nur 15,6% junge Frauen. „Gerade aber in handwerklich-technischen Bereichen besteht weiterhin Bedarf an Fachkräften. So entfällt fast ein Fünftel (18,3%) des aktuellen Stellen- und Lehrstellenangebotes des AMS NÖ auf Metall- und Elektroberufe (605 (Lehr-)Stellen von gesamt 3.301).
„Zum AMS kommen junge Frauen oft mit eingeschränkten Ausbildungs- und Berufsvorstellungen. Wir bieten Beratung und konkrete Angebote, um den Plan, auch neue berufliche Wege zu probieren, erfolgreich in die Tat umzusetzen. Zum Beispiel verschiedene Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die sowohl inhaltlich als auch im Schulungsdesign auf Frauen zugeschnitten sind, sowie eigenen Veranstaltung für Schülerinnen in unseren BerufsInfoZentren“, so Marion Carmann über den Beitrag des AMS zur Förderung der Frauen und Mädchen am Arbeitsmarkt.
Angebote des AMS zur Förderung von Frauen am Arbeitsmarkt
Um einen erfolgreichen und vor allem einen zukunftsträchtigen (Wieder-)Einstieg in das Erwerbsleben zu sichern, hält das AMS NÖ in diesem Jahr besondere Angebote für Frauen und Mädchen bereit:
• Mädchentechniktage in den AMS BerufsInfoZentren (BIZ) und AMS-Geschäftsstellen:
Das Arbeitsmarktservice bietet heuer wieder in allen BIZ spezielle Workshops für Schülerinnen an. Die Mädchen haben Gelegenheit, ihre Talente und Neigungen rund um Handwerk und Technik auszuloten. In Kooperation mit dem Verein Sunwork und dem Institut für Ausbildung und Beschäftigung (IAB) werden eigene kleine Werktische eingerichtet. Die Schülerinnen feilen, löten, arbeiten mit Kunststoff und Holz. „Diese Workshops sind ein wichtiger Impuls für Mädchen, ihr Interesse zu wecken und ihnen auch andere Berufsmöglichkeiten aufzuzeigen“, so Marion Carmann. Rund 800 niederösterreichische Mädchen können heuer dieses Angebot nutzen. Auch die FiT-Zentren bieten den Schulabgängerinnen Workshop-Tage an.
• FiT-Programm – Ausbildungen für arbeitsuchende Frauen in Handwerk und Technik:
Das Programm FiT – Frauen in Handwerk und Technik – beinhaltet ein umfassendes und auf den individuellen Bedarf ausgerichtetes Beratungs- und Kursangebot mit dem Ziel, Frauen eine Ausbildung bis hin zum Lehrabschluss in einem handwerklich-technischen Bereich oder sogar ein entsprechendes Fachhochschulstudium zu ermöglichen. Im Jahr 2013 stehen 1.925 Kursplätze im FiT-Programm zur Verfügung. Für rund 650 arbeitslose Niederösterreicherinnen wird das AMS in diesem Jahr die Ausbildung in einem handwerklich-technischen Lehrberuf oder eine Facharbeiterinnen-Intensivausbildung finanzieren.
2012 haben 1.179 Niederösterreicherinnen an FiT-Kursen teilgenommen. 392 Frauen, also 33% aller Teilnehmerinnen, haben dann eine technisch-handwerkliche Lehrausbildung oder höhere Ausbildung begonnen bzw. absolviert. Weitere 250 Frauen haben im letzten Jahr eine FacharbeiterInnen-Intensivausbildung in einem traditionellen Lehrberuf abgeschlossen. 411 FiT-Teilnehmerinnen haben innerhalb von drei Monaten nach Ende des Programms eine Arbeit aufgenommen.
• Neu: Angebot von Frauenberufszentren
Über 1.000 Plätze für jobsuchende Frauen richtet das AMS NÖ dieses Jahr in „Frauenberufszentren“ an den Standorten Schwechat, St. Pölten, Wr. Neustadt, Amstetten, Hollabrunn, Gänserndorf sowie im Waldviertel ein. „Frauenberufszentren“ stehen allen arbeitslosen AMS NÖ-Kundinnen – unabhängig von ihrem Alter, ihrer bisherigen Erwerbskarriere oder Ausbildung – zur Verfügung. Die BeraterInnen des AMS laden vor allem jene Frauen ein, die beruflich neu durchstarten wollen bzw. müssen und an Aus- und Weiterbildung interessiert sind.
Das Angebot des Frauenberufszentrums umfasst sowohl Einzelberatung als auch Coachings und Workshops in Gruppen. Inhalt der Einzelberatung ist eine Qualifizierungsberatung mit anschließendem Nutzen entsprechender Angebote: Sei es, dass sie aus dem AMS-Kursprogramm oder auch am freien Bildungsmarkt abrufbar sind. „Das Besondere am Frauenberufszentrum ist, dass zuerst die Interessen, Stärken und Potentiale der Frauen erarbeitet werden und dann – ausgehend von diesen – die Teilnehmerinnen nach dem Wahlpflichtprinzip frei aus den inhaltlichen Angeboten wählen können. Es gibt also keinen starren Gruppenstundenplan, der für alle gleich gilt. So absolviert jede Teilnehmerin entsprechend ihres Zieles Gruppentrainings, Einzelberatungen, Laufbahnplanungsangebote, gesundheitsfördernde Unterstützungsangebote, Aus- und Weiterbildungen externer Institute und AMS-Kursangebote“, erläutert Marion Carmann.
Rückfragehinweis für die Redaktion: AMS NÖ, Martina Fischlmayr: 01/531 36-140